Bei Ukrainisch, für welches in der Schriftsprache das kyrillische Alphabet verwendet wird, handelt es sich um eine relativ junge Sprache. Der ostslawische Sprachraum, zu dem neben der Ukraine auch Weißrussland und Russland gehören, benutzte bis ins 14. Jahrhundert hinein Altostslawisch als Schriftsprache, anschließend wurde in dieser Region Ruthenisch gesprochen. Daraus hat sich während des 18. Jahrhunderts die ukrainische Sprache entwickelt, die in erster Linie von Wissenschaftlern und dem Volk gesprochen wurde. Literaten hingegen bevorzugten auch während des 19. Jahrhunderts, als die ukrainische Kultur eine Blütezeit erlebte, eher das Russische. Weil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Publikationen auf Ukrainisch verboten waren, entwickelte sich eine Schriftsprache erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Während der sowjetischen Herrschaft war Ukrainisch zwar nicht verboten, jedoch blieb russisch die Amts- und Verkehrssprache. Das hat zur Folge, dass die ukrainische Umgangssprache bis heute sehr stark von russischen Einflüssen geprägt wird. Weil vor allem im Osten der Ukraine noch ein relativ hoher Prozentsatz an Menschen Russisch spricht, hat sich neben Russisch und Ukrainisch während des 20. Jahrhunderts das Surschyk entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Mischform aus Ukrainisch und Russisch, welche im ganzen Land verstanden wird.