Dass sich Tadschikisch immer weiter vom persischen Ursprung entfernt, ist seit den 1920er Jahren zu beobachten. Denn bis dahin wurde auch auf dem Territorium des Russischen Reiches das arabisch-persische Alphabet genutzt. Bis dahin unterschied sich Tadschikisch vom Persisch, das im Iran gesprochen wurde, nur geringfügig vom Persisch, das in arabischen Ländern gesprochen wird. Der Grund für die relativ rasche Auseinanderentwicklung der Sprachen liegt in der politischen Situation der damaligen Zeit. Denn das bisher verwendete Alphabet wurde Ende der 1920er durch ein sogenanntes Einheitliches Alphabet ersetzt. Dieses ersetzte in erster Linie die diversen türkischen Lateinalphabete, ersetzte aber auch das arabische Alphabet. Schließlich wurde Ende der 1930er Jahre ein leicht modifiziertes kyrillisches Alphabet eingeführt.
Diese Reformen hatten zwei Ziele: Zum einen sollte der nach wie vor herrschende Analphabetismus vor allem im ländlichen Raum bekämpft werden. Zum anderen wollte die russische Führungselite die traditionellen Bindungen der Bevölkerung an den arabischen Sprachraum und insbesondere den Koran beseitigen.
Schon zu Zeiten der Sowjetunion war ein wachsender Nationalismus in Tadschikistan zu beobachten. Dieser äußerte sich etwa darin, dass Tadschikisch schon 1989 zur Staatssprache erklärt worden war. Ein entsprechendes Gesetz rief außerdem dazu auf, das kyrillische Alphabet wieder durch ein arabisches zu ersetzen. Diese erneute Reform konnte sich jedoch in der Bevölkerung nicht durchsetzen. Heute beherrscht nur eine Minderheit neben dem kyrillischen auch das arabische Alphabet.
1998 erfolgte schließlich eine Rechtschreibreform, bei welcher fünf Buchstaben aus dem Alphabet gestrichen wurden. Seitdem werden im Tadschikischen 39 Buchstaben verwendet.