Landes- und Amtssprache
Die meisten Spanisch-Muttersprachler leben in Spanien sowie in Mittel- und Südamerika. Über diese Regionen hinaus ist Spanisch Amtssprache im US-Bundestaat New Mexico, in Puerto Rico (jeweils neben Englisch), in der Westsahara und in Äquatorialguinea sowie in bestimmten Regionen der Philippinen. In Marokko, in Trinidad und Tobago sowie in Belize wird Spanisch von großen Bevölkerungsteilen gesprochen. Spanisch ist zudem eine wichtige Arbeits- und Amtssprache in zahlreichen internationalen Organisationen – in der Europäischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten, der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten und der Union Südamerikanischer Staaten ebenso wie bei den Vereinten Nationen.
Auch als Landessprache gewinnt das Spanische an Bedeutung: Allein in den USA wuchs die Zahl der spanischen Muttersprachler seit dem Jahr 2000 von 35 auf nunmehr 50 Millionen. In den südwestlichen US-Bundesstaaten Texas, New Mexico und Kalifornien liegt der Anteil spanischer Muttersprachler bei über 30 Prozent.
Anzahl der Spanisch-Sprecher in Deutschland
In Deutschland leben ungefähr 180.000 spanische Muttersprachler. Nach Umfragen bekunden sechs Prozent der Befragten in Deutschland, dass sie das Spanische „gut sprechen und verstehen.“ Bei etwa 80 Millionen Einwohnern in Deutschland bedeutet dies, dass etwa 5 Millionen Spanisch-Sprecher in Deutschland leben.
Wichtige Sprache innerhalb der Europäischen Union
Ungefähr 15 Prozent der europäischen Bevölkerung (etwa 75 Millionen Menschen) sprechen Spanisch, davon etwa 8 Prozent als Muttersprachler und 7 Prozent als Fremdsprachler. Mit über 10 Prozent ist der Anteil der Spanisch-Sprecher in Frankreich besonders groß. Zwischen 5 und 10 Prozent liegt der Anteil der Spanisch-Sprecher in Portugal, Großbritannien, Dänemark, Schweden und in den Benelux-Staaten.
Spanisch als Fremdsprache in anderen Ländern
Aufgrund der Verwandtschaft der iberischen Sprachen verstehen Portugiesen und Brasilianer auch das Spanische. In den USA ist Spanisch die an Schulen am häufigsten gelehrte Fremdsprache.
Spanisch als Fremdsprache an deutschen Schulen und Universitäten
Auch als Schulsprache hat Spanisch an Bedeutung gewonnen. In deutschen Schulen wird Spanisch zumeist als zweite Fremdsprache angeboten. Dabei wird Spanisch überdurchschnittlich oft in Schulen nördlich des Mains unterrichtet, doch auch in Süddeutschland nimmt die Beliebtheit des Spanischen als Unterrichtsfach zu. An Universitäten ist die Nachfrage nach Spanisch-Studiengängen so groß, dass oft nur ein Drittel, zuweilen sogar nur ein Sechstel der Studienbewerber angenommen werden können.
Spanisch als Wirtschaftssprache im Beruf
Spanisch-Kenntnisse bilden angesichts einer zunehmenden Globalisierung eine Schlüsselqualifikation, die den Aufbau und die Pflege von Geschäftsbeziehungen zu spanischen und lateinamerikanischen Geschäftspartnern entscheidend erleichtert. Damit kommt spanischen Sprachkenntnissen eine bedeutende Rolle bei der Karriereplanung zu.
Spanisch als Handelssprache
Spanisch ist eine der wichtigsten Handelssprachen: Studien der Europäischen Kommission haben die herausragende Rolle von Sprachkenntnissen bei der Erschließung neuer Märkte durch exportorientierte Unternehmen nachgewiesen. Elf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, aufgrund fehlender Sprachkennisse schon einmal Kunden verloren zu haben.
Sprache der Kunst und Literatur
Nicht zuletzt ist Spanisch die Sprache einer herausragenden europäischen Kulturnation. Werke berühmter spanischer Schriftsteller wie Miguel de Cervantes oder Federico Garcia Lorca können mit Spanisch-Kenntnissen im Original gelesen werden. Künstler wie El Greco, Goya, Velazques, Miró und Picasso stammen aus dem spanischen Kulturraum.