Eine kirgisische Schriftsprache hat sich erst relativ spät, nämlich während der 1920er Jahre entwickelt. Damals begannen Vertreter der einheimischen Bildungselite, ihre Muttersprache mit einem abgewandelten arabischen Alphabet in Schriftform zu fixieren. Der zentralkirgisische Dialekt, der im ganzen Land verstanden wurde bildete die Basis für die Hochsprache, die daraus entstehen sollte. Für die Schriftform war bis dahin das Tschagataische verwendet worden, welches ein persisch-arabisches Alphabet verwendete.
Die Latinisierung des Kirgisischen war bereits 1926 erfolgt, als aus der Türkei ein neues auf dem Lateinischen basierendes Alphabet eingeführt wurde. Zudem wurde der Wortschatz der Hochsprache um zahlreiche Ableitungen erweitert, die aus dem Aserbaidschanischen stammten. Diese Entwicklung währte jedoch nur kurz, weil die Sowjetunion den Russischunterricht auch für die nichtslawischen Völker des Reiches durchsetzte. Nun wurde die junge Sprache von einem leicht abgeänderten kyrillischen Alphabet dargestellt.
Davon wollte man nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder abkehren, wie auf dem ersten Turkgipfel, der bereits im Oktober 1990 in Ankara stattfand, beschlossen wurde. Demnach sollten alle Turkstaaten Zentralasiens ein Lateinalphabet einführen, das auf der türkischen Schriftsprache basiert. Dieses wurde zwar entwickelt, jedoch wegen der russischsprachigen Minderheit bislang nicht eingeführt. Sprachschüler, die neben Kirgisisch zusätzlich eine slawische Sprache lernen wollen, brauchen im Grunde also nur ein neues Alphabet lernen.