In den letzten Jahrhunderten haben sich weltumspannend etwa 3.000 bis 3.500 Sprachen entwickelt. Einige davon sind vom Aussterben bedroht, andere werden immer häufiger genutzt. Daneben lassen sich noch die sogenannten Kreolsprachen finden, die ein Gemisch aus mehreren Dialekten darstellen. Zu ihnen zählt das Haitianisch, das auf eine bewegte Geschichte blicken kann.
Zunächst einmal ermöglicht das Haitianisch eine zumindest grobe Verständigung in nahezu allen Ländern, in denen Französisch als Erst- oder Zweitsprache genutzt wird. Damit wiederum ist ein Einstieg in die sonstigen romanischen Sprachen wie etwa Spanisch, Italienisch oder Rumänisch möglich. Daneben erweist sich aber auch die Kenntnis des Kreol als wichtig. Das Sprachengemisch basiert länderübergreifend auf bestimmten Grundregeln. Wer also das haitianische Kreol beherrscht, wird damit bereits Eigenarten des portugiesischen oder mexikanischen Kreol verinnerlicht haben. Zudem kann mit dem Haitianisch ein Sprachraum von gegenwärtig acht Millionen Bürgern erschlossen werden – denn wer wollte dieser paradiesischen Atlantikinsel nicht schon immer mal einen Besuch zumindest im Urlaub abstatten? Zumal die geografische Nähe zu den Vereinigten Staaten auch gewisse berufliche Türen öffnen dürfte.